Viva la Diva - Mitten in der Mini-Pubertät

Unser grosses Hexlein ist mit noch nicht mal zwei Jahren damals zur kleinen Diva mutiert. Seither teilen wir unseren Alltag mit oft rasant wechselnden Persönlichkeiten wie: "Rumpelstilzchen-schlägt-und-tobt-sich-durch-die-Gegend", "Fräulein-ich-weiss-nicht-was-ich-will-und-will-es-trotzdem", "Madam-fass-mich-nicht-an-und-lass-mich-in-Ruhe" oder "Lady-es-langweilt-mich-alles" und "Prinzessin-befiehlt-und-giftelt". In beinahe erschreckender Regelmässigkeit begrüsst mich mein Töchterlein morgens nicht mit einem "Guten Morgen liebste Mama" (hahaha), sondern mit einem miesepetrigen Gesichtsausdruck, kombiniert mit ein paar ebenso übellaunigen Worten und nicht selten gipfelnd in der ersten Schrei- und Brüllattacke des Tages.

 

Nicht, dass Hexlein mich was Babys und Kleinkinder und ihr Verhalten nicht schon beinahe zu oft eines besseren belehrt hätte, dass aber meine mittlerweile 4,5jährig Tochter schon pubertiert wie eine Grosse, darauf war ich nicht vorbereitet.

 

Es gibt sie aber - die sogenannte Mini-Pubertät. Und die hat mit der eigentlichen Teenager-Pubertät erstaunlich viel gemein: Das Kind versucht selbstständig zu werden. Allerdings können Kleinkinder naturgemäss einfach sehr eingeschränkt Dinge selbst tun. Diese Tatsache steht dem Wunsch nach Selbstständigkeit im Weg und führt zu Frustration und Unsicherheit. Dazu kommen starke Stimmungswechsel, denen ein Kleinkind einfach ausgeliefert ist. Es lässt sich von Emotionen zügellos mitreissen und hat noch wenig Möglichkeiten gelernt, sich zu beherrschen. Et voilà, da liegt das Hexlein dann schreiend mitten in der Migros, weil... Ja warum eigentlich?

 

Ein Kleinkind kann sich noch nicht wirklich mitteilen, erzählen, was in ihm vorgeht. Auch wenn es sprechen und kommunizieren kann, das erfassen von Gefühlszuständen und das verbalisieren dieser Emotionen ist in diesem Alter noch praktisch unmöglich. Wir verstehen in diesen Momenten offenbar einfach gar nichts und schon wieder brüllt das hilflos seinem Chaos zwischen Selbstständigkeit, Anhänglichkeit, Wunsch und Realität gefangenen kleine Kind. Wir versuchen es mit Verständnis, mit Ignorieren, mit Reden, mit stoischem Ertragen, werden wütend, heulen mit...

Genährt von der Hoffnung, dass dann die eigentliche Pubertät vielleicht nicht mehr so heftig sein wird, versuche ich die kleine Diva bestmöglich zu begleiten, zu verstehen und zu unterstützen. Etwas desillusioniert wurde ich eben beim Durchstöbern verschiedener Artikel zum Thema, als es da hiess: Je heftiger die Mini-Pubertät, desto heftiger dann auch... Nein, Moment! Das verdränge ich noch so lange wie möglich. Zumal Hexlein zwei und drei sich die grosse Schwester offenbar auch in diesen Belangen gerne als Vorbild nehmen und ihrem grossen Idol schon jetzt kaum mehr nachstehen. 

 

Üben wir für später also, wachsen wir mit unsern Kindern - denn, was der Papa längst erkannt hat, die Mama lieber niemals zugeben würde - das Temperament haben die drei Hexlein nicht von ungefähr - und Viva la Diva!!!

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Kommentare: 1
  • #1

    Barbara (Dienstag, 28 März 2017 15:15)

    Witzig formuliert...Vergessen geglaubte Erinnerungen tauchen beim Lesen auf �