Mama ist krank - und jetzt?

Schneegestöber im April - meine Tomaten schauen sehnsüchtig nach draussen.

Passend zum winterlichen Wetter draussen haben die Viren wieder zugeschlagen. Glücklicherweise schnupft keines der so oft geplagten Hexlein, sondern mich. Atmen klappt nur noch durch den Mund, mein Kopf fühlt sich an, wie in eine fette Wolke gesteckt und ich könnte den ganzen Tag einfach nur schlafen.

Ich könnte, wären da nicht die drei Hexlein, welche fit wie kleine Turnschuhe durchs Haus flitzen, Unterhaltung, Nahrung und Aufmerksamkeit verlangen und abgesehen vom gelegentlichem "Heile heile Säge"-Singen keinerlei Einfühlungsvermögen ihrer leidenden Mama gegenüber zeigen. Das Angebot des sowieso schon gestressten Papas sich den Nachmittag frei zu nehmen, habe ich ganz tapfere Kriegerin natürlich abgelehnt. Also den Notfall-Babysitter einschalten und so auf etwas Ruhe hoffen. Die Hexlein genossen "Die Eiskönigin" und Popcorn frisch aus der Mikrowelle im elterlichen Bett. Entspannt wars nicht... Zu Film und Popcorn will natürlich auch noch etwas getrunken werden und natürlich müssen mindestens zehn Plüschtiere auch noch mit schauen. Bloss, wo sind die...? Und die Aufmerksamkeit der beiden kleinen Hexlein war nach kurzer Zeit bereits von Anna & Elsa zu Mamas Nachttisch und Papas Schreibtischschubladen abgeschweift. 

Nun träumen die Hexlein in ihren Betten und ich ziehe Bilanz: Klo geputzt, Bad geputzt, Brot gebacken, Linzer Torte gebacken, Mittagessen gekocht, Wäsche gewaschen, gefühlte 1000 Spielsachen und andere Dinge weggeräumt, Karton für die morgige Sammlung nach draussen gebracht, Abfalleimer geleert... Merke, wenn Du Mama bist, dann bist Du alles, aber garantiert nie krank. Zumindest nie zu krank, um alles zu sein.

Warum eigentlich nicht? Erwischen die fiesen Viren den Herrn des Hauses, dann sieht man ihn ganz selten vom Bett zum Klo und wieder zurück schlurfen. Den Rest der Zeit verbringt er schlafend und DVDs schauend im grossen, weichen, gemütlichen Elternbett. Und er lässt sich daher auch bewundernswert selten vom im Haus herrschenden Lärmpegel stören. Ich beneide ihn! 

Mir gelingt das einfach nicht... Vor dem inneren Auge spazieren ganz viele Aufgaben vorbei, die noch erledigt werden sollten. Die Mamaohren hören alles und lösen im Kopf ganz viele schreckliche Gedanken aus, was denn nun, als es das letzte mal laut knallte, alles hätte passiert sein können. Das Gewissen fühlt sich schlecht und will dem armen Papa helfen. Mühsam! Lassen wir es also lieber gar nicht dazu kommen und lassen das mit diesem krank sein. Und wissen jetzt, Mamas sind nicht nicht krank, sie können es einfach nicht. Vielleicht lasse ich mich demnächst mal vom Papa im "Kranksein" coachen...

 

Die Hexlein geniessen Mamas Erkältung bei Popcorn und Fernsehen.
Die Hexlein geniessen Mamas Erkältung bei Popcorn und Fernsehen.

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