In Zukunft nur noch Online-Shopping!!!

Einen Text übers Einkaufen zu schreiben, passt ja irgendwie heute, wo alle vom Black-Friday sprechen. Es wird hier aber nicht um Rabatte gehen, versprochen und auch nicht darüber, warum wir an Halloween darüber schimpfen, alles aus Amerika übernehmen zu müssen und dann am Black-Friday alle die Kreditkarte zücken. Sondern ganz schlicht und einfach ums Einkaufen mit kleinen Kindern... Da bezahlt man nämlich ordentlich und auf sämtlichen Ebenen.

 

Einkaufen oder andere Erledigungen mit den drei Hexlein gehört mit zu den grössten Herausforderungen meines Mama-Daseins. Und kann rasch und oft zum Spiessrutenlauf werden. Heute beispielsweise...

 

Der Plan war: 

Bus um 14:13 Uhr erwischen - bestenfalls mit drei gut gelaunten Hexlein, welche vorher alle auf der Toilette waren und der Aussentemperatur entsprechend angezogen sind. Ins Zentrum fahren, zur Post spazieren und da die Pakete aufgeben. Gleichzeitig die beiden Pakete abholen, welche der Postbote natürliche genau dann bei mir deponieren wollte, als ich kurz für eine Stunde aus dem Haus war. Tja, Onlineshopping hat auch so seine Tücken... Danach in die Apotheke, weil das grosse Hexlein hustet, der Hustensirup leer ist und der andere Hustensirup verweigert wird. Und schlussendlich noch rasch in die Migros, um dort die immer fehlende Milch und sonst noch ein paar Kleinigkeiten einzukaufen.

 

In Realität sah es dann so aus: 

Den Bus erwischen wir tatsächlich, knapp, aber es reichte. Diesem Erfolg voraus ging natürlich das obligate "Nein-ich-muss-nicht-jetzt-aufs-WC-sondern-erst-wenn-ich-die-Schuhe-angezogen-habe-Theater", das übliche Drama um die richtige Jacke ("Mein liebes Kind, wenn Du mich fragst, ja ich, ich würde jetzt die Winterjacke anziehen..." - Uuuuuuäääääähhhhh!!! - "Dann zieh doch Deine Softshelljacke an, aber vielleicht die gefütterte." - Uuuuuuuuääääääääähhhh!!! - "Kind, wir sollten los, der Bus wartet nicht!" - Uuuuuuuuäääääähhhhh!!! - "Dann bitte, zieh die andere ungefütterte (ich denke: Frühlingsjacke!) an. Ich packe Dir aber noch Dein dickes Jäcklein ein, sag mir einfach, wenn Du kalt hast." - Uuuuuuuuäääääähhhhhhh - weil man müsste sich in diesem Falle nun ja nochmals umziehen, weil zwischen all denn Uuuuuuuäääääähhhhs hatte man die Winterjacke dann doch schon einmal angezogen.) Wir gingen dann, in Winterjacken und dickem Jäcklein im Rucksack, erfrieren würde also niemand.

Auf dem Weg zur Post diskutierten wir dann darüber, warum wir jetzt zuerst zur Post und auf dem Rückweg in die Apotheke gehen und nicht umgekehrt. Erreichten die Poststelle aber ohne weitere Zwischenfälle und mussten diesmal auch nicht an drei verschiedenen Schaltern vorbei, weil meine Hexlein heimlich drei Nummern gezogen hatten. Dafür begutachteten sie sämtliche Kinderbücher in der Auslage und wollten gerne mindestens die Hälfte kaufen. Mir fiel ein Stein der Erleichterung vom Herzen, dass wir nicht vor der Post einkaufen waren und meine Hexlein somit ihre verschmutzten Finger an den neuen Büchlein hätten putzen können. Und ganz stolz spazierte ich dann ohne ein einziges neues Pixibuch aus der Post. Leider auch ohne... Dazu kommen wir später.

Nun also weiter in die Apotheke, zu Fuss. Himmel, was mache ich nur, wenn die Twin-Hexlein wirklich zu gross sind für den Kinderwagen?!?! Drei Hexlein der Strasse entlang zur Apotheke zu lenken, sollte eigentlich als olympische Sportart anerkannt werden. Körperliche Höchstleistung kombiniert mit einer Herausforderung für das Gehirn, stetiger Wechsel der Taktik seitens der Angreifer (Hexlein), als auch der Verteidigung (Mama). Mir fehlte der Liebste - sowohl Mann-, als auch Raumdeckung funktioniert zu zweit bedeutend besser. In der Apotheke angekommen, versuchte ich zu erklären, was wir gerne hätten, während Hexlein gross den zu kaufen geplanten Hustensirup bejammerte, Twinhexlein A die Glasvitrine ableckte und danach als Turngerät missbrauchte und Twinhexlein B sich mit einem kleinen Heft mitten in den Laden auf den Boden legte. Glücklicherweise bemerkte die ältere Dame, gleichzeitig Kundin in der Apotheke, Twinhexlein B rechtzeitig, bevor sie darüber zu stolpern drohte. Bewaffnet mit zwei neuen Hustensäften verliessen wir dann die Apotheke, wo ich mittlerweile am Rande meiner Kräfte die Twin-Hexlein zu überzeugen versuchte, sich wieder in den Kinderwagen zu setzen. Ein Holzbrett zu beugen ist einfacher, als ein bockiges Kind in einen Kinderwagen zu kriegen.

Nur noch rasch durch die Migros und ich kann wieder nach Hause!!! Den Gedanken, die Twinhexlein wieder aus dem Wagen zu lassen und ihnen vielleicht gar ein Einkaufswägelchen zur Verfügung zu stellen, verwarf ich ganz rasch wieder und hoffte, sie hätten meine Gedanken nicht gerochen und würden nicht gleich anfangen den besagten Wägelchen nachzubrüllen. Glück gehabt! Die Hälfte auf der Liste gab es nicht oder fand ich auf die Schnelle nicht, dafür ein paar andere Dinge und trotzdem, aus dem Dauerbiiiiiitttteeeeeeee und dem Dauergejammer der drei Hexlein zu schliessen, hatten wir noch immer viel zu wenig im Einkaufskorb. Immerhin war ich auch hier ganz stark und kaufte weder Spielzeug noch Süssigkeiten, abgesehen von der kleinen, wirklich winzigen Rüebli-Torte für den Zvieri. Denkt man sich da den Zuckerguss weg, dann ist die ja auch schon fast gesund. Zumindest so gesund, das zeigte sich später, Twin-Hexlein A aufgrund der kleinen orangen Stückchen im süssen Küchlein lieber Maiswaffeln ass.

Um Zeit und Aufwand zu sparen, hatte ich mich entschieden das Self-Scanning zu nutzen und gleich alles im Einkaufswagen zu verstauen. Kurz vor „dem Bus nach Hause“ kamen wir an der Zahlstation an, wo mir der nette Scanner wieder einmal mitteilte, dass ich mich zur Überprüfung ans Verkaufspersonal zu wenden hätte. Also laut fluchend Kinder und mittlerweile langweilig gewordenes Einkaufswägelchen (das grosse Hexlein durfte eines) zur Verkäuferin geschoben und mich darüber aufgeregt, dass IMMER und IMMER ICH wieder alles auspacken müsse. Um dann - jetzt kommt`s und es ist SEHR peinlich - gesagt zu bekommen, dass ich aber von den im Kinderwagen verstauten vier Liter Milch lediglich eine Tüte gescannt hätte. Ich schwitze wie Sau und war plötzlich ganz kleinlaut. Gott bewahre und lass mich wenigstens den Rest korrekt eingegeben haben. Ok, in Zukunft gehe ich wieder an die Kasse, ganz sicher! Oder nie wieder einkaufen, nie wieder.

Erleichtert dem Platz der Peinlichkeit entkommen zu können, stürmte ich zum Ausgang - der Bus kam schon ums Eck - um von den Hexlein mit lautem Gebrüll erinnert zu werden, dass ich ihnen versprochen hatte, dass sie noch ins kleine Auto dürfen, welches so saudoof Mitten auf dem Weg zum Eingang der Migros stehen muss. Also umdrehen - in der Hoffnung, dann sei Ruhe - und alle drei in dieses Auto, der Zweifränkler passt nicht, also einen Einfränkler raussuchen... Bus fährt gleich... Wer wirft den Einfränkler ein? Gebrüll!!! Die Grosse darf, die Kleinen schimpfen, das Auto wackelt. Endlich fertig. Also, rasch in den Wagen - sie wollen nicht, sie schreien, sie machen sich ganz steif, ich schaffe sie trotzdem in den Wagen, renne zum Bus. Geschafft! Unterwegs verlieren wir die Etikette von der Wasserflasche - Katastrophe - ach ja, diese Story hatte ich vergessen... Ich Rabenmutter nahm keine Wasserflasche von zu Hause mit, also musste ich kleine Evian-Flaschen kaufen, auf diesen blöden Flaschen hat es blöde Bilder drauf und blöderweise waren es diesmal keine weiblichen Figuren - dabei hatte ich doch ganz schlau extra drei gleiche Bildchen gewählt. Nun, Twinhexlein A ist ein Mädchen durch und durch und das Wasser könnte ja nach Junge riechen, darum will sie es nicht. Aber Wasser will sie doch, aber... Der Rest ist klar, oder? Die Etikette müsste dann auf jeden Fall von der Wasserflasche, aber trotzdem mit nach Hause. Also, ein paar Schritte zurück (Workout Teil 347 mit zweimal 14kg Kind plus vier Liter Milch (ja ich weiß, vier!!!) plus Gewicht des Wagens...), Etikette aufheben, zurück zum Kind und in dem Moment fiel mir ein: Auf der Post da wären doch eigentlich noch die beiden Pakete, welche ich bestellt und der Postbote... Ach, morgen ist auch noch ein Tag und ICH WILL JETZT SOFORT nach Hause!!!

 

Mein Fazit (hält ungefähr bis Morgen, denn Spielplätze kommen im "schlimmste Orte alleine mit drei Kleinkindern" noch etwas vor dem Einkaufen): Ich werde Stammkunde LeShop und Coop@home. Oder besser noch Selbstversorgerin. Denn, seit ich Kinder habe, bin ich nicht mehr kreditwürdig. Aber dazu ein andermal.

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