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Endlich Frühling - auch bei mir

Lange war es nun sehr ruhig hier - ruhiger als mir selber lieb war. Aber der Akku war leer, absolut leer. Irgendwann vor Weihnachten kippte der Schalter und fertig war's mit Energie, Superpower, Kreativität und Motivation. Winterschlaf habe ich mir gewünscht, Schlaf fand ich aber nicht. Die Batterien wurden immer leerer. 

 

"Und immer dann, wenn Du denkst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo die nächste Katastrophe her..." - ungefähr so ging es weiter und anstatt das neue Jahr mit neuem Elan angehen zu können, sah ich mich immer mehr auf das gerade notwendigste reduziert. Auf der Festplatte blieb gerade mal knapp genügend Kapazität, für das, was eben sein musste.

 

Seit der Frühling erwacht ist, die Natur wieder in voller Blüte steht, kommt auch in mir das Leben zurück. Wird es draussen wärmer, taue auch ich wieder auf. Und obwohl ich nun schon länger an meiner "Rückkehr" arbeite, war es irgendwie ein steiniger Weg.

 

Mein Leben mit den eins, zwei, drei Hexlein, insbesondere mit den Twinhexlein hat mich etwas gelernt: Ich habe viel Power, extrem viel Power, mehr, als ich selber geglaubt habe. Aber eben doch nicht unendlich viel... Und, ich muss mich unbedingt überwinden, diese Grenzen zu erkennen, zu kommunizieren und Hilfe anzunehmen. Oft bekam ich vor der Geburt der Twinhexlein folgenden Rat zu hören: "Hol Dir soviel Hilfe, wie Du kannst...". Ich habs gehört, aber nicht darauf gehört. Ich dachte, das werde ich schon schaukeln, weil ich ja stark bin und weil ich es mir und allen anderen beweisen muss. Erstaunt stellte ich immer wieder fest, es geht weiter, weil es weiter geht und ich ja grundsätzlich keine andere Wahl habe. Weiter warten, auf den Nervenzusammenbruch, den ich längst verdient hätte. Wohlwissend, dass ich  mir diesen niemals erlauben würde. Und es hat wieder einmal gereicht, das Tief ist überwunden, es fanden sich immer noch irgendwo ein paar versteckte Energiereserven, welche ich nutzen konnte, um wenigstens den Alltag irgendwie zu meistern. Daneben blieb aber nichts mehr. Und genau das wirkte sich dann wieder sehr kontraproduktiv aus, denn schliesslich ist das hier einer dieser wichtigen Ausgleiche, aus welchen ich wieder Kraft schöpfen kann. Es war ein bisschen wie kurz vor dem Verdursten ein paar Meter vor einem Brunnen zu liegen und die Kraft nicht mehr zu finden, den Brunnen zu erreichen, obwohl man weiss, dass dort die Rettung warten würde.

 

Das gesteht sich niemand gerne ein... Und erst recht nicht den anderen. Die bewunderte "Wie schaffst Du das bloss Alles - Superwoman" gefällt mir um einiges besser, als das eben geschilderte Bild von mir. Irgendwie ist es ja auch genau dieses Bild der Powerfrau, welches mir die so gesuchte Bewunderung und Anerkennung suggerierte, die ich nach meinem Ausstieg aus der Arbeitswelt so sehr vermisste. Definitiv keine leichte Aufgabe also vor mein Umfeld zu stehen und zu sagen: Ja manchmal, manchmal bin ich Superwoman. Aber manchmal und manchmal öfter genau das Gegenteil.

 

Aber hey, auch Superwoman hat mal schlechte Tage. Und immerhin hat die Power gereicht, mich aus eigenen Kräften wieder auferstehen zu lassen und auch, meinen Perfektionismus niemals zu vergessen. Schliesslich kann nur ich es wirklich gut beziehungsweise so, wie ich es dann eben schlussendlich haben möchte und darum mache ich es auch lieber gleich selber... Oje oje... Ich scheine viel gelernt zu haben...

 

Nun bin ich parat, der Schritt zurück ist geschafft und ich spüre den Frühling. Ein bisschen frische Farbe gab es hier schon, ein bisschen frischer Wind wird es noch geben... Schliesslich feierte "Eins zwei drei Hausfrau" ganz still und völlig ungefeiert während meiner depressiven Winterschlafphase ihren ersten Geburtstag. Ich freue mich über Dein Interesse, Dein Mitlesen und Dein Feedback und sage "Dankäääää" für ein Jahr Treue und Dabei-Sein!!!

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Kommentare: 5
  • #1

    Marion (Dienstag, 01 Mai 2018 22:07)

    Hey, Petra - weisst Du, ich frage mich manchmal, ob wir uns den Druck nicht einfach auch selbst machen. Wenn ich da manchmal so bei den Mamalicious Food Beiträgen schaue, oder wie die auch heissen - dann frage ich mich: was soll der Quatsch? Immer wenn ich dann wieder einmal mehr ansehen muss, wie jemand eine absolut perfekte Torte hinbringt, mit allem möglichen drauf: Marzipankuvertüre, Röschen, manchmal ganze Einhörner, ganze Puppen mit langen Gewändern - und dann schreibt: Na ja, perfekt ist es nicht, aber muss ja auch nicht.. wie fühlt sich dann die Durchschnittsmutter, die es grad mal mit allem drum und dran, das nebenbei noch läuft, schafft, eine Schokoladentorte zu machen, mit ein paar Smarties drauf (oder drin)? Ich bin selbst in diese Fall gestolpert und wollte unbedingt eine spezielle Torte backen, und ich kenne auch andere, die das gemacht haben, bis spät in die Nacht oder früh am Morgen nach einem Arbeitstag im Büro und nach Wäsche bügeln noch in der Küche standen... aber echt jetzt: warum?! Ja, klar, ich bin auch gerne kreativ, ich brauche diesen Ausgleich auch - aber wenn es zum Stress wird, ist es letztlich doch wichtig, rechtzeitig zu sagen: MUSS das jetzt diese perfekte Torte sein? Oder reicht der gute alte Schoggikuchen? ich glaube, die Kinder sind damit auch zufrieden.

    Der Perfektionismus, dem ich auch immer wieder zum Opfer falle, ist ein fieses Ding: Einerseits möchte man etwas Schönes machen, weil einem das ein gutes Gefühl gibt, und man genau dieses gute Gefühl BRAUCHT um nicht durchzudrehen, neben dem Alltagsgedusel von Wäsche waschen, bügeln, kochen, abwaschen, Boden staubsaugen, aufräumen (zum hundertsten Mal alle Playmobil-Sachen in die Kiste verstauen), ganz abgesehen von der Arbeit im Büro, die ja auch noch ist, oder dem ganzen Administrativkram mit Rechnungen, Steuererklärung, Post abarbeiten etc.... Und anderseits setzt man sich plötzlich diesem selbst geschafften Druck aus. Und das finde ich recht schade... Denn ich merke dann, wie ich unleidig werde, die Kinder an"pfurre" oder einfach auch nur genervt bin. Genervt, weil ich es wieder nicht hingekriegt habe, immer nur freundlich und respektvoll zu den Kindern zu sein und sie halt auch mal anschnauze, weil sie einmal mehr genau gewusst haben, welche Knöpfe und Schalter sie bedienen müssen, damit ich abgehe wie eine Rakete; genervt, weil ich es im Vergleich zu anderen Müttern offenbar nicht schaffe, locker vom Hocker den Alltag, die Arbeit, die Kindererziehung, die Freunde, die Ehe und so weiter zu wippen und stattdessen mich ernsthaft hinterfrage, ob ich überhaupt eine gute Mutter bin... .

    Ich finde Deinen Blog wirklich super. Und ich finde es auch schön, einmal ehrliche Worte zu lesen von einer Frau, die ich sonst nur als "Superwoman" kenne. ;-) Das hilft, tut gut und ist mutig. Danke und weiter so.

  • #2

    Marianne (Dienstag, 01 Mai 2018 22:07)

    Ich finde deinen ehrlich geschriebenen Beitrag super- Du sprichst mir mit vielen Worten aus der Seele. Wie du bin ich Hausfrau,Mama von vier (wovon die jüngeren zwei Twinsmädels sind) Superwomen aber manchmal eben auch am Limit mit den Kräften. Umso mehr füehle ich mich durch deine Worte verstanden.

    Alles Liebe und weiterhin viel Energie für all deine Aufgaben... und viel Freude bei deinem Tun�

  • #3

    Marion (Dienstag, 01 Mai 2018 22:08)

    ... warum das zweimal kam, ist mir ein Rätsel....

  • #4

    Susan Ponti (Mittwoch, 02 Mai 2018 19:06)

    du weisch, ich ha dich so lieb, als leidensgenossin, als fründin, als inspiration, als muetmacherin, als kugelibahnbauerin und und und...
    UND als tratsch-kaffi-klatsch-herzensmensch ��‍♀️

  • #5

    Sabrina (Donnerstag, 03 Mai 2018 12:45)

    Ja und ich bestell die Torte immer :)

    Toller Beitrag!

    Das wichtigste überhaupt ist, dass die Kinder geliebt werden und Zeit mit dir verbringen dürfen. Der Rest ist so was von egal :).

    Gute Besserung und du bist wunderbar ...