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Weihnachtsgeschichte auf Hexlisch

Als das grosse Hexlein etwa vier war und die Twinhexlein ergo zwei habe ich eine Weihnachtskrippe von Fisherprice besorgt und damit versucht meinen Mädchen die Weihnachtsgeschichte, also eigentlich der Grund für Weihnachten etwas näher zu bringen. Weil ja, es war mir wichtig, dass sie verstehen, dass es bei Weihnachten nicht einfach ums Geschenkekriegen geht. In den seither vergangenen zwei Jahren und nun dem nun bald dritten Weihnachtsfest habe ich also die Geschichte rund um den Stall in Bethlehem, das Jesuskind und den drei Königen immer wieder erzählt und nachgespielt und thematisiert. Mit dem Resultat und jetzt kommt die Weihnachtsgeschichte erzählt von den Hexlein:

 

Weihnachtsgeschichte auf Hexlisch

Vor ganz langer Zeit, als die Dinosaurier gerade alle gestorben waren, gab es eine Frau und einen Mann. Ab und an erinnern sie sich mittlerweile tatsächlich daran, dass der Mann Josef und die Frau Maria hiess. Die beiden gingen mit einem Esel wandern und Maria hatte ein Baby im Bauch. Weil sie nichts mehr zum Schlafen fanden, gingen sie in einen Stall in Be... Mama, wie heisst dieses Land schon wieder? Dort wurde dann das Baby, das Jesusbaby - Ich bin ja soooo stolz, das haben sie sich gemerkt!!! - geboren. Eine Kuh und andere Tiere waren auch dort. Weil Babies ja füdliblut zur Welt kommen und Maria keine Kleider für den Jesus mitgenommen hatte, haben sie das Baby in ein Tuch gewickelt - Mamaaaa, warum hatte er keine Windeln an? Er ist doch noch ein Baby? - und in ein Bettli gelegt. Eine Fee - Hexlein, das ist keine Fee!!! Das ist GABRIEL!!! Ein Engel!!! - sah das und hat es den Männern mit den Schafen erzählt. Die sind dann alle gekommen und haben sich Jesus angesehen. Da waren dann auch viele Schafe im Stall. - Hat das nicht fest gestunken? - Am Himmel sah man plötzlich eine grosse Sternschnuppe - Eieieieieiiiiii, das ist der STERN VON BETHLEHEM!!! - und irgendwann kamen dann noch drei Könige zum Stall, weil sie die Sternschnuppe - DEN STERN VON BETHLEHEM!!! - gesehen haben. - Das war so etwas wie das Navi im Auto vom Papa, gell? - Die haben dann Geschenke gebracht... Keine Ahnung was... Aber Mama... machst Du bald wieder einen Königskuchen? Und dann will ich Königin werden, nein ich, nein ich...

 

Oh Du besinnliche Weihnachtszeit...

 

Ich habe es aufgegeben... und akzeptiert, dass bei uns an Weihnachten Geschenke, Besuch, noch mehr Geschenke, ein Christbaum, eine Fee und eine Sternschnuppe die Hauptrolle spielen. Und die Hexlein drei Tage lang mit einem Strahlen im Gesicht und glückseligen Äuglein durch Schloss Kunterbunt toben.

 

So soll es doch sein, oder? Glückliche, wenigstens für einen Abend wunschlos glückliche Kinder und Magie. Ob jetzt da ein Engel oder eine Fee oder das Christkind diesen Zauber in die Weihnachtszeit bringt, spielt doch eigentlich keine grosse Rolle... Irgendwann - viel zu früh - glauben sie eh nicht mehr ans Christkind oder die Elfe Lilly oder... und dann ist noch immer genug Zeit für das Jesuskind, den Stern von Bethlehem oder Gabriel. Wie wenige Weihnachten mit dieser ganz speziellen Kleinkind-Magie haben wir mit unseren Kindern? Ich frage mich dieses Jahr immer wieder, ob es bei uns nächstes Jahr schon vorüber sein könnte... Noch glaubt auch das grosse Hexlein ohne Einschränkung daran, dass in unserer Wand plötzlich eine Elfe lebt, im Kindergarten Zwerge und sie irgendwann ein lebendiges Einhorn bekommen wird, wenn sie es sich nur genug fest wünscht. Nächstes Jahr ist sie ein Schulkind und irgendwo gibt es doch immer dieses Spielverderber-Kind, das alle anderen davon zu überzeugen versucht, dass das alles nur Humbug sei.

 

Also verwöhne ich sie! Mit Päckli im Adventskalender, einem Besuch vom Samichlaus, viel zu vielen Süssigkeiten und meistens dann trotz aller Vorsätze viel zu vielen Geschenken unter dem Weihnachtsbaum. Siehst Du, jetzt schreibe ich auch schon "viel zu viele"... Das kommt von diesen diversen "Mom-against-Mom-Fights" in der Vorweihnachtszeit, in denen es darum geht zu wetteifern, wer den Kindern am wenigsten schenkt und die, weil sie ja Familie und die Weihnachtsgeschichte und so alles so schätzen, trotzdem die glücklichsten Kinder sind. Ja logisch... 

 

So und bevor ich mich jetzt in irgendeiner Form zu rechtfertigen beginne, warum ich da vorgestern einen Fahrradanhänger voller Geschenke heimgeschleppt habe und dabei die selbe kribbelnde Ungeduld gespürt habe, wie die Hexlein, wenn sie jeden Morgen die verbliebenen Tüten des Adventskalenders zählen, schliesse ich jetzt hier ab. Eigentlich wollte ich Euch nämlich nur eine etwas andere Weihnachtsgeschichte oder eben die Weihnachtsgeschichte auf Hexlisch erzählen.

 

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