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Rückblick vorwärts

Ich bin weder der Silvestertyp noch mag ich Rückblicke. Dieses sentimentale Zurückschauen, dieses "Was wäre gewesen wenn..." und so ist nicht meine Art. Was war, das war und daran kann ich weder im heute noch in der Zukunft etwas ändern, egal wie oft ich darüber nachdenke. Die Hexlein zwingen mich sowieso ins Hier und Jetzt - für Tagträumereien, weder vorwärts noch rückwärts, bleibt im hektischen, bunten und chaotischen Alltag kaum Zeit. Gelegentlich bringt mich ein Anflug schlechten Gewissens über den Verlauf des Tages dazu mir reumütige Vorsätze für den kommenden Tag zu fassen. 

 

An diesem Jahresende fühlt sich jedoch irgendwie alles anders an. Ich bin froh, wenn dieses Jahr 2018 endlich zu Ende geht und auch wenn mein Verstand weiss, dass lediglich eine Zahl und der Terminkalender in der Küche wechseln werden... Es fühlt sich nach mehr an. Nach einem langersehnten Abschluss und einem dringend notwendigen Neuanfang.  Und dazu gehört es irgendwie auch den ungeliebten Rückblick zu wagen, ein Resümee zu ziehen. Das Jahr 2018 war ein schwieriges Jahr, welches mich sehr viel Kraft gekostet hat. Mehr als ich eigentlich noch zur Verfügung hatte. Trotzdem habe ich mich irgendwie durch diese 365 Tage "gewürgt". 

 

Und hier ging der Text noch gestern ganz anders weiter... Gestern war all das, was schwierig war, Energie raubte, auf der Strecke blieb noch ganz weit im Vordergrund. Dann wagte ich den Rückblick. Ich habe mich durch all meine Fotos von 2018 geklickt und dabei ganz viele bunte, lustige, wundervolle Momente entdeckt. Im stressig-chaotischen Alltag gehen uns all diese Augenblicke so rasch und leider viel zu oft verloren. Wir verstricken uns in einen Teufelskreis von Stress, Chaos, Erschöpfung und Unzufriedenheit und lassen die Sonne nicht mehr durch die Wolken scheinen.

 

Nach wie vor bin ich aber froh, wenn ich das Jahr abschliessen kann - nach diesem Rückblick ein bisschen versöhnlicher immerhin. Verschiedene Ereignisse in der ersten Jahreshälfte haben mich so viel Energie gekostet, dass die weiteren Monate oft ein grosser Kampf waren. Es blieben so viele Bedürfnisse und Ideen und Gefühle auf der Strecke, dass sich bei mir eine grosse Unzufriedenheit und Erschöpfung breit machte. Natürlich spürten das auch die Hexlein. Die wiederum mir deutlich zeigten, dass ihnen diese unglückliche Mama gar nicht passt. Keine energiespendende Stimmung, im Gegenteil. Ich fühlte mich oft sehr verloren und suchte verzweifelt nach einem Weg diesen Teufelskreis zu durchbrechen und wieder zu jener energiegeladenen, positiven und fröhlichen Person zu finden, welche ich eigentlich bin. Nach fast sieben Jahren, in denen die Bedürfnisse der Hexlein selbstverständlich und immer im Zentrum standen, ist es jedoch sehr schwierig einerseits überhaupt die eigenen Bedürfnisse, Ideen und Ziele wieder zu spüren und andererseits natürlich Wege zu finden sie dann auch zu verfolgen.

 

Das Visualisieren, die Auseinandersetzung mit Visionen und Zielen ist ein erster Schritt dazu sie auch wirklich zu erreichen. Ich bin Mama, ich bin Ehefrau, ich bin Hausfrau. Aber auch ganz einfach mich. Im kommenden Sommer werden die Twinhexlein in den Kindergarten starten und das grosse Hexlein in die erste Klasse wechseln. Grosse Veränderungen für unsere Familie. Gleichzeitig aber auch eine grosse Chance für mich wieder mehr Raum und Zeit zu haben, mich und meine Bedürfnisse und Ideen zu verfolgen. 

 

So scheint es mir heute - zwischen einem eher unschönen bald vergangenen Jahr und dem bevorstehenden neuen Jahr, welches wiederum viele Herausforderungen und Veränderungen mit sich bringen wird - der ideale Zeitpunkt mich mit mir und meinen Zielen und Vorsätzen auseinander zu setzen. Wer nichts Neues wagt, wird auch nichts Neues entdecken. So wagte ich also den Rückblick um von da aus vorwärts zu schauen. 

 

  • Wenn Innen Chaos herrscht, muss mindestens aussen herum für Ordnung gesorgt werden. Der erste Vorsatz fürs 2019 (und damit habe ich ganz im Sinne von "Was Du heute kannst besorgen, verschiebe nicht auf morgen" schon angefangen) ist darum: Ausmisten, reduzieren und Ordnung schaffen. Es ist unglaublich, was sich über die Jahre und erst recht in einer Familie mit drei Kindern alles ansammelt. Zeit alten Ballast zu entsorgen und Raum zu schaffen.
  • Vor bald zwei Jahren ist dieser Blog geboren und kurz darauf "einszweidreihausgemacht". In den vergangenen drei Jahren habe ich viele Rezepte ausprobiert, mein Sortiment laufend verbessert und erweitert und jetzt möchte ich es ganz offiziell machen. Der erste Schritt in diese Richtung wird im kommenden Jahr die Anmeldung von "einszweidreihausgemacht" beim Kantonalen Labor sein.
  • Ich liebe das Schreiben, ich liebe das Bloggen und die Aufmerksamkeit und die vielen tollen Rückmeldungen, welche ich dafür bekomme tuen  mir unheimlich gut. Leider geht das Schreiben in der Hektik des Alltags oftmals unter und kommt einfach viel zu kurz. Ein fester Vorsatz darum fürs neue Jahr: Ein Abend in der Woche gehört ganz diesem Hobby und meinem Blog. 
  • Ich bin ein sehr lebendiger, quirliger und lauter Mensch. Und ein bisschen wie ein Vulkan. Es brodelt, es brodelt und dann bricht er aus. Für mich und für meine Familie möchte ich jedoch mehr Ruhe und Gelassenheit finden. "Leben schreifrei" quasi. Dafür möchte ich mir jeden Tag ein paar kleine Pausenräume einrichten, in denen ich mich bündeln und zentrieren kann. Ein paar Sportübungen am Morgen, Mittagspause offline und ein paar ruhige Minuten abends, um den vergangenen Tag zu verarbeiten.
  • Die wunderschönen Gläser der Weihnachtsguetzli sind leer, aber viel zu schade, um sie mit der restlichen Weihnachtsdeko im Estrich verschwinden zu lassen. Und weil ich nun erfahren habe, wie gut ein Rückblick manchmal tun kann, habe ich mir vorgenommen eins dieser Gläser mit schönen Momenten, Erfolgserlebnissen und anderen so rasch vergessenen Kleinigkeiten zu füllen, um sie jederzeit wieder ansehen zu können.
  • Und zu letzt was eher Kleines, aber Wichtiges - auch im Sinne von Entlastung und Entspannung: Ich möchte die Menüplanung wieder zuverlässiger einführen. Freitags/samstags wird geplant, was die kommende Woche gekocht werden soll. Ich habe festgestellt, dass ich so einerseits vielfältiger koche und andererseits viel weniger Lebensmittel verschwende, weil ich dann wirklich das einkaufe, was ich dann tatsächlich brauche.

 

Nun hoffe ich, Dich mit meinem Rückblick vorwärts nicht zu sehr gelangweilt zu haben. Sich Dinge von der Seele zu schreiben, aufrichtig zu zeigen, dass auch in Schloss Kunterbunt Vieles nicht nur farbig und lustig ist und ich selber alles andere als nur stark und energiegeladen bin, tut mir und ich hoffe auch einigen anderen gut. Ich persönlich gehe jedes Mal gestärkt aus Situationen, in denen ich erleben darf, dass ich nicht alleine mit alltäglichen Dramen und Herausforderungen kämpfe, sondern im Versteckten ganz viele Mitstreiterinnen habe. "S`Lebe isch kein Sugus... Aber zäme findet sich meischtens glych öpper, wo de mit em Bananegschmack gern hät."

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Susan Ponti (Dienstag, 01 Januar 2019)

    alles gueti liebs ♥️������