· 

Von den selbstverständlichen Freuden des Mamaalltags

Oder von der Selbstverständlichkeit der Mama im Alltag... Oder so...

 

Mama geht chronisch zu spät ins Bett. Und in den seltensten Fällen darum, weil sie sich so sehr in ein gutes Buch vertieft hat oder sich zwei Stunden lang in die heisse Wanne legen konnte. In der Regel warten abends körbeweise Wäsche, welche gefaltet werden möchte oder das Mittagessen für den kommenden Tag muss vorbereitet werden oder noch irgendwo irgendetwas aufgeräumt. Oder die Kinderlein husten und schnupfen und jammern - was dann selbstverständlich auch die Mama mitsamt Babyphone zur nächtlichen Dauerüberwachung der kränkelnden Kinderschar aus dem Schlafzimmer treibt. Weil da schnarcht in der Regel, unabhängig von der Art der nächtlichen Tätigkeiten der Gattin der Herr Gemahl und schläft sich schön. Die Gründe sind mannigfaltig, das Fazit immer das Gleiche. Frühmorgens quält sich Mama mühsam aus dem Bett und versucht so schnell wie möglich zu ihrem fröhlichen, aufgestellten, energiegeladenen und motivierten Ich zu finden, um dann die Hexleinschar nach deren Aufwachen gut gelaunt in den neuen Tag zu empfangen.

 

Und dann... Das erste Geräusch aus dem Kinderzimmer. Mama lächelt, singt, strahlt. Tritt ins Gemach der Prinzessinnen und ist umgehend mit der Enttäuschung des Tages im Quadrat konfrontiert. Kein "Guten Morgen Mama", keine strahlenden Sonnen gehen auf, keine gute Laune ruft aus dem Wald der Bettdecken, Kissen und Plüschtiere zurück. Nüchtern und enttäuscht und motzig tönt es Mama im Chor entgegen: "Wo isch de Papa?"... Und auf die immer gleiche Antwort der bereits leicht angesäuerten Mama "Papa ist arbeiten" folgt ein Protestgeheule, als hätte man den Kinderlein gerade mitgeteilt, der geliebte männliche Mitbewohner sei unbekannt verzogen.

 

Jeden Morgen, wirklich jeden Morgen das gleiche Spiel... Jeden Morgen der gleiche Kampf um gute Laune und kurz darauf jeden Morgen der gleiche üble Dämpfer. Jeden Morgen die gleichen enttäuschten Gesichter, das gleiche Protestgebrüll und der gleiche immer Mitten ins Ziel treffende Schuss in Mamas Herz. Da rackert man sich tagelang, wochenlang durch den Hexleinalltag und gibt sein Bestes für Kinderlein und Haushalt, unbezahlt selbstverständlich. Beklagt man sich über den fehlenden Lohn, wird man umgehend eines besseren belehrt: schliesslich geben die Kinder Dir so viel zurück!

 

Aha ja... Und da stehst Du jeden Morgen mit leerem Konto im Kinderzimmer und wirst mit Protest und Enttäuschung bezahlt. Danke auch! 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0