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Muttertags-Hangover

(Leider hat es der Text gestern vor lauter Hangover und Terminen und Haushalt nicht mehr online geschafft... Denkt Euch beim Lesen jetzt halt einfach es sei Montag, Montag nach Sonntag, Montag nach Muttertag.)

 

Gestern war Muttertag.

 

Heute ist Montag.

 

Ein ganz normaler Alltagsmontag.

 

So ein Montag, an dem ich morgens kaum aus dem Bett komme, den ersten Kaffee kalt trinke und es gerade so knapp schaffe mich zu duschen, bevor ich die Hexlein wecken muss. So ein Montag, an dem mir im Keller die Blumentöpfe auf den Boden fallen - und ich danach einfach die Türe hinter der Sauerei schliessen muss, weil ich ja noch das Badezimmer und das WC putzen sollte und die Wäsche waschen und... Himmel, wo ist der Wäschekorb? Ah, der steht oben, bis über den Rand voll mit Wäsche, welche darauf wartet, gefaltet zu werden und der andere, der wartet im Hexleinzimmer, voll mit Wäsche, welche einfach nicht von alleine in den Kleiderschrank hüpft. Was, schon wieder 11 Uhr? Mittagessen kochen, schnell...

 

So ein Montag auch, an welchem die Hexlein schon schlecht gelaunt aufstehen, mir dabei wiederholt mitteilen, dass der Papa die tausendmal bessere Alternative gewesen wäre und dann damit beginnen einen Rekord im Dauerstreiten aufzustellen. 

 

Ein ganz normaler Alltagsmontag wie eigentlich jeder Montag ist... Mit dem Unterschied... Gestern war Muttertag.

 

Wobei... sich der gestrigen Muttersonntag eigentlich nicht wirklich vom handelsüblichen Sonntag unterschieden hat. Abgesehen von wirklich zauberhaften selbstgebastelten und selbstgekauften (weil selbstgewünschten) Geschenklein verlief dieser Muttersonntag eigentlich wie gehabt. Die Hexlein genossen den Hexleinpapa und die Mama erledigte all das, was unter der vorherigen Woche liegen geblieben ist und aufgrund des hohen Aufmerksamkeitsbedarfs insbesondere der Twinhexlein auch die kommende Woche sonst wohl liegen bleiben würde. Immerhin zog ich dann zum Brunch am Mittag ein Kleidchen an (welches ich übrigens aus Gründen der Reduzierung der Dreckwäsche auch heute trage - zum Putzen).

 

Einen kleinen Unterschied zu üblichen Sonntagen gab es gestern noch: Jede Streit- und Dramasequenz (und davon gibt es hier durchaus auch an Sonntagen sehr viele) war begleitet von "Hüt isch Muettertag!!!". Der meist aussichtslose Versuch der sich dabei abwechselnden Hexlein den anderen beiden erklären zu wollen, dass man heute brav sein sollte und lieb zu Mama und... Also ein weiterer Streitfaktor in das bereits unendlich scheinende Repertoire. Denn die drei haben ihre schwachen (lieben) Minuten selten gleichzeitig.

 

Die Tatsache, dass man am Muttertag mit der Mama ganz speziell lieb sein sollte, ist etwas, was sich meinen Kindern (leider) unauslöschbar in die Köpfe gebrannt hat. Anders als so total nebensächlich Sachen wie, dass dreckige Unterhosen in den Wäschekorb und nicht unters Sofa gehören oder sich Socken nicht durch lautes Geschrei von den Füssen vertreiben lassen. Solche Dinge rauschen durch ihre Köpfe wie Wasser durch ein Löchersieb. Leider darum, weil meine Töchter gestern zusätzlich noch eine beängstigend clevere Erkenntnis gewonnen haben.

Wenn man am Muttertag lieb sein sollte und morgen ja nicht mehr Muttertag ist... Ich bin verloooooooooren!!!

 

 

Dabei hätte ich einen Tag Pause, einen Tag Erholung von diesem alltäglichen Wahnsinn so sehr gebraucht. So sehr, dass ich frühmorgens sogar versucht war, ihnen einen Deal anzubieten. Wenn ihr heute einmal wirklich einfach einen ganzen Tag lang..., dann... Das war bevor sie checkten, dass Muttertag ja nur einmal von Aufstehen bis ins Bett gehen dauert und danach...

 

Aber - falls das noch nicht wirklich zwischen den Zeilen gelesen werden konnte - abgesehen von den Streitigkeiten, den üblichen Hausarbeiten und so war es dann schon wirklich schön Geschenklein zu bekommen und das schlechte Gewissen, dass ich nach dem Mittagessen eingeschlafen bin, war nicht so gross, wie es sonst ist, weil gestern durfte ich ja ganz offiziell ein bisschen Pause machen, eigentlich.

 

Offenbar habe ich immerhin so tief in ein Leben mit länger schlafen, heissem Kaffee und Kinder, welche sich immerhin an die Tatsache erinnern, dass Muttertag wäre geschaut, dass ich heute einen ordentlichen Muttertagshangover habe.

 

 

Ich stelle mir sehnsüchtig vor, wie es denn wäre, wenn jeder Tag Muttertag wäre... Ja, die Kindergärtnerinnen täten mir auch leid, dass sie so viel basteln müssen und falls es mit dem heissen Kaffee klappen würde, bräuchte ich auch nicht jeden Tag ein Badesalz...

 

Auf jeden Fall ist mir wieder einmal klar geworden, warum in der Schweiz der Vatertag keine wirklich Tradition hat. Der arme vatertagslose Papa kann dann nämlich solche Muttertags-Speziellanfertigungen wie Ausschlafen und den Tisch nicht selber decken müssen quasi das ganze Jahr einfach so nach Bedarf für sich in Anspruch nehmen... 

 

 

So und jetzt werde ich mein Glück versuchen die Hexlein davon zu überzeugen, dass wir nun langsam los müssten... Ein ganz normaler Alltagsmontag eben... Und mir dabei überlegen, was ich mir heute Gutes tun könnte, wann ich einen Mama-macht-Pause-Moment einbauen kann. Schliesslich ist das beste Mittel gegen einen Hangover damit weiter zu machen, wo man tags davor aufgehört hat. Vielleicht gehe ich also auch einfach schlafen...

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