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Voll Saft zurück zum Gleichgewicht

Wer mir auf Instagram folgt, hat es wahrscheinlich schon mitbekommen, die Hausfrau macht gerade eine Saftkur. Ja tatsächlich. Obwohl ich nach wie vor jedes Mal grinsen muss, wenn ich das Wort ausspreche und mich daran erinnere, wie ich mich früher mal über diesen Hausfrauen-mittleren-Alters-Spleen lustig gemacht habe.

 

Seit Monaten fühle ich mich extrem schlapp. Ich habe dauernd Kopfschmerzen, bin extrem geräuschempfindlich, habe Schlafstörungen und verschiedene Probleme mit meinem Magen/meiner Verdauung. Körperliche Ursachen gibt es dafür - das habe ich bereits mehrfach abgeklärt - keine... 

 

Etwas vom Schwierigsten für mich in den vergangenen Jahren (seit ich Mama bin und vor allem seit ich Vollzeit-Hausfrau bin) war oder ist es die Balance nicht zu verlieren oder immer wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Mag sein, dass es gewisse mütterliche Gene tatsächlich gibt und einige Dinge ganz automatisch durch die richtige Mischung Hormone ausgelöst wird. Vielleicht funktioniert das auch nicht einfach bei allen genau gleich gut. Ich auf jeden Fall hatte mit dieser plötzlichen und umfassenden Umstellung meiner Lebenssituation sehr zu kämpfen. 

 

Da war ich - mit all meinen Rollen - Partnerin, Tochter, Freundin, Sozialarbeiterin... Dann wurde ich Mama und plötzlich war da so viel mehr, so viel worauf ich mich nicht vorbereitet hatte und schlussendlich war eh alles anders. Und es war mehr als ich mir einst überhaupt zugetraut habe, meistern zu können. 

 

Als Mama ist man nämlich nicht bloss Mama und auch nicht bloss das, was man vorher war plus Mama. Angefangen mit der immensen Verantwortung, welche Du plötzlich zu tragen hast. Für Dein Baby bist Du nämlich ab dem ersten Schrei der Mittelpunkt der Welt. Alles hängt von Dir ab. Für alles bist Du da. Für alles bist Du zuständig. Je älter die Kinder werden, desto mehr Aufgaben und Rollen kommen dazu. Natürlich, manche fallen auch weg. Statt Windelwechslerin bist Du irgendwann Chauffeuse, statt Milchbar Köchin und anstelle Deiner Aufgabe das Baby in den Schlaf zu wiegen, tritt die eher undankbare Nachfolgerin der Wutausbruchauffangerin und so weiter und so weiter. Aber die Aufgaben und Rollen werden nicht weniger. Arbeit ist immer mehr als ausreichend da und fast immer dreht sich diese ums Kind.

 

Nebst all dem ist jede Mama auch nach wie vor ein ICH. Dieses Ich in diesem ganzen Alltagsstress und vor lauter Kind nicht zu vergessen und nicht zu vernachlässigen, empfinde ich oft als wahrer Balanceakt. An erster Stelle kommt Dein Kind. Punkt. Und irgendwie dreht sich alles ums Kind. Besuch bekommst Du die ersten Wochen meist ausschliesslich nur, weil Deine Verwandtschaft das neugeborene Baby bestaunen will und nicht um Dich dabei zu unterstützen, all das, was gerade mit Dir passiert zu verarbeiten. Seien wir ehrlich, wer ertappt sich in diesen kleinen ruhigen Momenten nicht auch ganz oft bei Gedanken wie: Ich würde jetzt gerne und theoretisch könnte ich, aber ich müsste ja noch... Die ersten beiden Dinge, das Würde und das Könnte beziehen sich dabei auf Dich selber, das Müsste dreht sich um Dein Kind... Und Du entscheidest Dich dann meistens, klar, fürs Kind. Vielleicht gehörst Du zu jenen altruistischen Müttern, denen das Glück der Kinder allein genügt (und das ist weder wertend noch negativ gemeint), ich brauche dazu definitiv mehr. 

 

Lange war mir das nicht bewusst oder ich habe das Bewusstsein darüber verdrängt. Mehr als einmal habe ich nach Hilfe gesucht - weil ich an einem Punkt angelangt war, an dem ich mich so sehr verloren hatte, dass ich glaubte, das alles nicht mehr zu schaffen. Jedes einzelne Mal war eine niederschmetternde Enttäuschung aus der ich entweder mit Antidepressiva oder Eisentabletten, immer aber mit der Überzeugung lief, dass ich eine Versagerin sei. Weil, wenn es anderen auch so gehen würde wie mir, dann gäbe es doch auch einen klaren Ausweg. Auch als mein Körper mir schon länger zu verstehen zu geben versuchte, dass es so nicht ewig weiter gehen könne, brauchte es eine Zeit, bis ich es wagte wirklich hinzuhören.

 

Als endlich an dem Punkt angelangt mir eingestehen zu können, dass sich nun ziemlich schnell etwas ändern muss, wenn ich mich in diesen ganzen äusseren und inneren Belastungen nicht verlieren möchte, kam Corona... Und damit war klar, dass sich an den äusseren Bedingungen nicht so rasch etwas ändern würde, im Gegenteil. Diese Erkenntnis brachte mich erstmal für ein paar Tage in ein tiefes Loch. Nach der Schulschliessung habe ich ein Wochenende lang nur geweint. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass ich das nun auch noch schaffen könnte... Aber auch einfach aufgeben war keine Option.

 

Corona haben wir erstmal durchgestanden und irgendwie ging es, wie alles andere zuvor wider Erwarten dann doch. Doch diesmal gelang es mir mein Ziel - nämlich etwas zu ändern, damit ich mich endlich wieder mehr spüre und auch ausgeglichener und wohler fühle - im Kampf ums Weitermachen nicht aus den Augen zu verlieren. Und ich habe mich entschieden erstmal bei meinem Körper anzufangen. Sicherlich war auch mit ein Auslöser, dass mit dem Lockdown unser Alkoholkonsum erheblich stieg.

Mit den Kindern und dem Garten bewege ich mich viel und oft auch an der frischen Luft. Ich habe auch glücklicherweise keine Gewichtsprobleme, abgesehen von den ganz normalen Veränderungen, welche das Älterwerden eben mit sich bringen. So war mir rasch klar, dass ich an meiner Ernährung etwas ändern möchte. Die Hexlein essen alle drei kaum bis gar kein Gemüse. In meiner Erschöpfung mochte ich die täglichen Kämpfe ums Essen nicht mehr ausfechten und fand auch kaum noch Energie ausgewogen zu kochen. Ich entschied mich also an diesem Punkt meines Lebens anzufangen und mich mit einer bewussteren, gesünderen und ausgewogeneren Ernährung auseinander zu setzen.

 

Ich weiss nicht mehr, wie ich auf die Idee kam diesen Wandel mit einer Saftkur einzuleiten. Vielleicht weil ich mir beweisen wollte, dass ich etwas durchziehen kann, dass ich verzichten kann. Vielleicht auch um mir auf die "harte Tour" wieder mehr Bewusstsein fürs Thema Essen und Ernährung zu schaffen. Vielleicht auch, weil mein Körper in der Regel sehr genau weiss, was er braucht und ich seit geraumer Zeit eine grosse Lust auf Früchte und Gemüse habe.

 

Ziemlich spontan bin ich dann in die "7 Tage Detox Kur Total" von pressbar gestartet. Den Ausschlag für dieses Angebot - in diesem Business tummeln sich ja diverse unterschiedlichste Anbieter - war vor allem, dass die Säfte kaltgepresst werden und durch dieses schonende Verfahren praktisch alle Nährstoffe und Vitamine erhalten bleiben. Und, dass ich beim Stöbern tatsächlich bereits Appetit bekam. Was für mich wiederum ein Zeichen war, dass es für meinen Körper im Moment der richtig Entscheid ist. Denn ist eine Grippe im Anmarsch bekomme ich immer bereits Tage vorher unbändige Lust auf Orangensaft.

Ideale Grundbedingungen für eine stressfreie Kur bieten sich zwar mit drei Kindern und dem ganzen Alltag kaum, trotzdem wollte ich meine Motivation gleich nutzen und ausprobieren, wie mein Körper auf diese Vitaminbombe und vor allem den Verzicht auf den ganzen Junk reagiert.

 

Aktuell bin ich bei Tag 6 von 7 und soviel sei verraten - ich fühle mich sehr gut und bin vor allem sehr stolz die Kur bis auf zwei, drei kleine Sünden bisher durchgezogen zu haben. Meine weiteren Erfahrungen und mein Gesamtfazit behalte ich nun aber noch ein bisschen für mich. Morgen ist der letzte Tag - und nochmals eine grosse Herausforderung, weil ein Weiterbildungstag ansteht - danach werde ich Euch berichten.

 

*Enthält Werbung. Unbeauftragt und selbstbezahlt.*

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Kommentare: 1
  • #1

    Cinzia (Dienstag, 16 Juni 2020 17:11)

    Immer wieder schön Deine ehrlichen Gedanken zu lesen. Man findet sich oft wieder darin und man fühlt sich nicht allein.

    Ich bin gespannt auf Dein Fazit.

    Liebe Grüße
    Cinzia
    Www.flyinghousewives.com