Mamas Alltag - Leben am Limit

 

Wir Mütter leben täglich absolut am Limit! Und damit meine ich nicht, dass wir vor lauter Übermüdung Salz statt Zucker in den Kaffee schütten, mittags dem Postboten im leicht transparenten Pyjamaoberteil die Türe öffnen (müssen) oder bei Gewittersturm und Hagel irgendwelche Spielsachen aus dem Garten retten.

Nein, ich meine damit all die winzig kleinen Herausforderungen des Alltags, welche blitzartig die perfekte Lösung von uns erwarten, die von uns ständig fordern, dass wir absolut diplomatisch und weit voraus denkend sind. Jene alltäglichen Situationen, die das Leben mit Kindern so mit sich bringt und die innert Sekunden - bei falscher Behandlung - eine Katastrophe nahe der absoluten Apokalypse auslösen. Mindestens zehnmal täglich sind wir mit DER Weltuntergangsstimmung konfrontiert und das Fortbestehen der Menschheit liegt in unserer Verantwortung.

Wir leben am Limit! Täglich retten wir mit Diplomatie, Fingerspitzengefühl, Empathie und kreativen Lösungswegen die Menschheit vor dem Untergang. Es ist also dringend an der Zeit, dass wir diese weltrettenden Handlungen der Mütter beachten und anerkennen. Weil wir sie leider selber viel zu oft als selbstverständlich abtun oder schon gar nicht erst bemerken, fangen wir doch einfach mal an sie zu sammeln.

 

Du findest, das klingt nun schon ein bisschen dramatisch...? Verzeih, ich glaube, dann hast Du keine Kinder in Deinem Haushalt.

Just say: Ooooohhhhhmmmmmm

Das war einmal unser Badezimmer und sollte seit Freitag eigentlich auch wieder unser Badezimmer sein. Also, so richtig und komplett zum Benutzen. Sollte und die Betonung liegt auf sollte. Das die geplanten und mehrfach zugesicherten fünf Tage für die Renovation nicht reichen würde, war schon nach den ersten Stunden klar. Nun haben wir Tag 10 und anstatt endlich - wie eigentlich geplant - einkaufen zu gehen (oder so) - sitzen wir nun daheim und warten auf den Sanitär - der dann vielleicht irgendwann einmal kommt oder auch nicht kommt, den wir aber dringend benötigen, damit die Zähneputzstation in der Küche endlich wieder aufgehoben werden kann. Und auf das Badezimmerfenster - glücklicherweise zeigt sich der Herbst noch immer von einer sommerlichen Seite. Und auf unsere Haustüre! Wer sich jetzt fragt, was die Haustüre mit der Renovation des Badezimmers zu tun hat - das fragen wir uns auch - und auch, warum man uns einfach so mal für nun 10 Tage die Haustüre klaut. We have an open House!!! Für einmal sprichwörtlich. Bitte herein! 

 

Twinhexlein B liegt um bald 10 Uhr noch immer im Pyjama im Bett - ich weiss nicht einmal, welche Laus ihr über die Leber gelaufen ist - auf jeden Fall weigert sie sich aufzustehen und sich anzuziehen. Und, danke lieber Sanitär, dank Deiner Verspätung ist mein Erziehungsversuch ("Wenn ich parat bin, gehen wir. Von mir aus im Pyjama und ohne Frühstück.") bereits gescheitert. Wer konnte denn ahnen, dass der gute Herr, welcher nun täglich pünktlich um 7.30 Uhr den Hexleinschlaf mit der Türklingel gestört hat (immerhin besitzt er den Anstand und klingelt sogar an offenen Haustüren) sich heute offenbar ganz viel Zeit lässt mit seinem Auftauchen.

 

Das grosse Hexlein hat sich eben gerade beleidigt ins Zimmer zurück gezogen, weil Twinhexlein A sich von ihr nicht frisieren liess... und Twinhexlein A unterhält die bockige Zwillingsschwester und macht somit den Rest meines Erziehungsversuches zu Nichte. Schliesslich kündigte ich dem trotzigen Bündel "Nein" an sich wann immer sie wolle, aber bitte in angezogenem Zustand zu uns gesellen zu dürfen. 

 

Just say "oooohhhhhmmmmmm"...

Herausforderung VI: Absolute Scheisstage...

Das da oben auf dem Bild sollte ein einfach nur wunderbares Toastbrot sein - welches ich mit viel Liebe für meinen Liebsten, der heute seinen Geburtstag feiert - gebacken habe. Nun ja, von der Liebe ist Aussen nicht viel zu sehen und von wegen Verliebte versalzen das Essen. Salz? Fehlanzeige! Das habe ich schlicht und einfach grad ganz vergessen.

 

Ich weiss, Scheisse sagt man nicht, erst recht nicht als Mama von drei Hexlein, aber es sei mir verziehen, heute ist einfach nur ein Scheisstag! (Selbst das Korrekturprogramm möchte übrigens lieber *Pieps*-Tag sagen und korrigiert mich: Schlusstag... Stimmt, irgendwie. Schluss mit lustig und Schluss mit schlechter Laune, aber wie...?

Der Kuchen - ich wollte den Liebsten mit einer "Triple Chocolate Tart" überraschen - steht seit über vier Stunden fertig im Kühlschrank und wird einfach nicht so fest wie er sollte, also eigentlich überhaupt nicht fester. Dann stecken wir die Kerzen halt aufs Toastbrot, heute Abend. Moment, da war doch was... Na ja, mit etwas mehr Glück als in den ersten sechs Stunden des heutigen Tages wird vielleicht Toastbrot-Versuch Nummer zwei etwas... Ansonsten bleibt wohl bloss noch die Flucht in den Coop oder mich vollends fertig zu machen und die Twinhexlein zum Backen von Bananenmuffins zu überzeugen. Die beiden wollen nämlich wieder einmal so gar nicht das, was ich möchte... 

 

Sie standen - etwa eine halbe Stunde nachdem das grosse Hexlein mir jammernd und wütend mitteilte, dass sie jetzt garantiert noch nicht aufstehen werde (sie war übrigens bereits angezogen, den Geräuschen nach zu beurteilen mindestens eine Stunde bevor ich sie liebevoll "weckte") - mit einer Laune auf, als hätten wir gerade das Weihnachtsfest verschlafen. Obwohl ich gestern - wahrscheinlich rührt meine motivationslose Saulaune (noch so ein schlimmes Wort) daher - bis fast Mitternacht Wäsche gefaltet und einsortiert habe, fand sich nämlich erst einmal nichts Passendes im Kleiderschrank. Geschätzte 20 Paar Hosen, 15 T-Shirts und mindestens ebenso viele Kleidchen sind ja auch eine recht bescheidene Auswahl. Nun denn... Dann nahm das Drama seinen gewohnten Lauf... Die grosse Schwester geht zu früh in den Kindergarten, zum Frühstück gibt es die falschen Cornflakes, dann ist da keine Milch obwohl man welche möchte und wenn die Milch dann da ist, dann stört sie trotzdem... Zähneputzen ist sowieso doof und Haare kämmen ebenso. Vier Minuten nachdem man Mama angebrüllt hat, weil der Frühstückstisch, worauf man denn jetzt sofort malen möchte noch nicht aufgeräumt ist, sind sämtliche Stifte auf Küchentisch und -boden verteilt und man würde nun dann doch lieber im Wohnzimmer mit der Fotokamera spielen. Die liebevoll beinahe flehende Bitte doch vorher rasch die Stifte wieder weg zu räumen... Ich erspare Euch die Details.

 

Ja und dann kommt dieses Toastbrot so aus diesem Ofen und das in meiner Küche und überhaupt, ausgerechnet am Geburtstag meines Liebsten und meine Augen schreien mir die ganze Zeit zu, dass sie sich gerne schliessen möchten und die Twinhexlein schreien etwas anderes und... Schluuuuuuuuuuusssssssssssssss - schreie ich ebenfalls, erst innerlich und irgendwann auch für Aussenstehende deutlich hörbar - womit das Korrekturprogramm doch irgendwie recht hat (ja, ja, korrigier mich nur auch noch!) - Schluuuuuuuuuuuuuuuuusssssssssssss!!!

Immerhin ist jetzt das Mittagessen parat, die Twinhexlein - die mich gerade so gar nicht mögen - haben sich mit der Wimmelbuchsammlung aufs Sofa zurück gezogen und ich freue mich sehr sehr darauf, dass in einer guten Stunde immerhin für dreissig Minuten das iPad die Hexlein übernehmen wird. Hoffentlich reicht mir diese halbe Stunde für ein "Reset" dieses Tages (bzw. mir) und hoffentlich geht dieser Toastbrot-Teig auf und hoffentlich wird dieser Kuchen noch fest...

 

So und nun erstmal...

Herausforderung V: Kinder, Mama mag heute eigentlich nicht...

Es ist gleich 10 Uhr und irgendwie habe ich heute noch gar nichts gemacht. Gut, heute habe ich nicht verschlafen - zum guten Glück haben das grosse Hexlein und ich beide eine gut funktionierende innere Uhr, so war sie, als ich gestern um zwanzig vor acht aus dem Tiefschlaf schreckte bereits wach und aufgestanden und angezogen und so war die Angelegenheit dann doch nicht so dramatisch - bin schon geduscht und alle sind angezogen und mit Frühstück versorgt. Nun sollte ich ja aber schon wieder ans Mittagessen denken, es warten vier volle Wäschekörbe, ein nach Putzutensilien schreiendes Badezimmer, ein paar durstige Pflanzen im Garten... 

 

Aber, Mama mag heute eigentlich nicht.

 

So sass ich bis gerade eben vor mich hinträumend auf dem Sofa auf der Terrasse und habe versucht mich möglichst wenig zu bewegen. Schliesslich haben die Twinhexlein gerade einmal streit- und schreifrei gespielt und schliesslich soll man schlafende Hunde nicht wecken. Mit der Ruhe war es dann vorbei als die beiden beschlossen nun zeichnen zu wollen und mir dabei einfiel, dass der Frühstückstisch noch nicht aufgeräumt war. Nun konnte ich mich entscheiden zwischen: Filzstifte und Zeichnungen mit Joghurt, Milch und Müesli-Rückständen dekorieren zu lassen oder mich von meinem Rückzugslager zu erheben und eben den Frühstückstisch abzuräumen. In Anbetracht der zu erwartenden Mehrarbeit, täte ich das jetzt nicht, konnte ich mich dann kurz überwinden. Und habe den temporären und einige Minuten dauernden Energieschub gerade genützt, den Geschirrspüler anzustellen und das Elternbett im Schlafzimmer zu machen. 

 

Nun bin ich schon wieder sehr müde, erschöpft so zu sagen eigentlich. Mama mag heute eigentlich nicht...

 

Meine Energie und Motivation taucht in Wellenbewegungen auf und wieder unter und dummerweise irgendwie konträr zum Alltag. Frühmorgens ist sie meistens unauffindbar. Und wenn da ein kleines bisschen davon zu spüren ist, dann zieht sie sich meistens umgehend nachdem Aufstehen der Twinhexlein wieder in ihr Versteck (ein richtig gutes, sage ich Euch) zurück. Weil - also ich führe es darauf zurück, ich fühle mich dann so ein bisschen weniger schuldig - die beiden mich sehr gerne und ebenso regelmässig mit Geschrei und Gebrüll begrüssen, sei es, weil sie jetzt doch noch nicht aufstehen möchten, die Kleiderwahl ein unüberwindbares Hindernis scheint oder sonst irgendein Haar krumm sitzt. Dann geht das meistens irgendwie so weiter... Die Twinhexlein schimpfen und brüllen und streiten und ich kämpfe mich ziemlich motivations- und energielos durch den Vormittag. Manchmal taucht sie kurz in der Ferne auf, streckt mir die Zunge raus und amüsiert sich darüber, dass ich eh viel zu langsam bin, sie auch nur annähernd erreichen zu können. So eine motivations- und energielose Alltagsbewältigung ist "emfall" extrem energieraubend. Bäh!!!

 

Aber auch wenn Mama eigentlich heute nicht mag, sie muss trotzdem.

 

Und so gibt es eigentlich immer etwas zu essen und irgendwie erledige ich dann trotzdem meistens irgendetwas im Verlauf des Vormittags. Danach kommt ja die Mittagspause, welche die Hexlein mit ihrem Freund TV verbringen (ja ja, ich stehe dazu, meine Hexlein schauen doch ziemlich regelmässig irgendeine Netflix-Serie) und ich mich dem motivations- und energielosen Herumhängen widmen kann, völlig störungsfrei. Meistens treibt mich dann nachmittags das fürchterlich schlechte Gewissen an, das schlechte Gewissen, weil ich vormittags schon wieder nicht wirklich etwas erledigt habe... Da streiten sich also das schlechte Gewissen und die Motivationslosigkeit aufs heftigste miteinander und ich, ja ich so mitten drin halt. Kostet viel Energie, ganz ehrlich.

 

Irgendwann ist er dann da, der wundervolle Moment, wenn die Hexlein alle in ihren Betten liegen und aus dem Babyphone höchstens noch Conni oder die kleine Prinzessin oder irgendein Kinderlied zu hören ist und dann... Zack ist sie da und breitet sich wohlig in mir aus. Die Motivation so: "Hallooooo, hier bin ich", die Energie: "Grüss Dich, ich bin dann auch da"... Und ich... "Scheisse, jetzt sollte ich doch schlafen...". Dann liege ich im Bett und kann eben nicht schlafen, weil die Energie in meinen Füssen zuckt und die Motivation jetzt gerne ein Brot backen und die Wäsche zusammenlegen und notfalls auch einfach durch die Wohnung tanzen möchte. So geht das dann meistens ziemlich lange und meistens ergebe ich mich dann und na ja, tanzen tue ich selten, aber die Wäsche und so... Wie ein Heinzelmännchen irgendwie. 

Und dann kommt der verfluchte Morgen... Motivation und Energie sind jetzt müde und legen sich schlafen. Grossartig! Weil die Hexlein dann eben aufstehen und in den Kindergarten oder in die Rhythmik oder... müssen und Hunger haben und streiten tuen und brüllen auch und Unordnung anrichten, welche ich dann aufräumen müsste und ihre Kleider schmutzig machen, die ich dann waschen sollte und... Herausforderung zwangsläufig angenommen: Die Bewältigung des alltäglichen Chaos und zwar ohne Motivation und ohne Energie und zudem auch noch hundemüde. Willkommen in Mamas Alltag - ein Leben am Limit.

Herausforderung IV: Ich leide mit, und wie...

Gross war die Frustration beim jährlichen Kontrolltermin beim Zahnarzt, als herauskam, dass das grosse Hexlein trotz dreimal täglich Zähneputzen, kaum Süssgetränken, selten Bonbons oder Ähnliches bereits vier Löchlein hat. Und eines davon möglichst zeitnah geflickt werden sollte. Grad nach der Frustration kam das Mitleid. Es hat mir fast das Mama-Herz zerrissen, zu sehen, wie mein Töchterlein nun seit einer Woche immer ein bisschen nervös auf den heutigen Nachmittag wartete. Und, auch wenn ich weiss, dass es definitiv so sinnvoller ist, es tat mir fürchterlich weh, dass sofort beschlossen worden war, dass der Papa sie begleiten wird. Mama leidet nämlich an einer fürchterlichen Zahnarztphobie... 

 

Nun sind die beiden losgefahren und Mama sitzt zu Hause und vor lauter Mitleid und Nervosität und Sorge und... vor lauter laut klopfendem Mama-Herz muss ich grad wie eine Verrückte backen. Brot, nein Brotkunstwerke (es lenkt besser ab) und Kuchen und... Nein, heulen werde ich jetzt nicht.

Herausforderung III: Wie um himmels willen erziehe ich jetzt...???

Es gibt Momente, da hilft bloss noch "Zuckerbrot & Peitsche"... Oder "entweder... oder kein Fernsehen!" Wenn Mama mittags um 11 Uhr noch immer nicht geduscht ist, wenn das Chaos SEHR gross und die Hexlein ebenso SEHR aufräum-unmotiviert sind oder, wenn Mama an Tag 3 noch immer an ihrem Hangover leidet... Lange hat man daran gearbeitet, wegen dieser ab und an 30 Minuten gewonnener Stille dank Babysitter Fernsehe kein schlechtes Gewissen mehr zu haben und immer wieder überzeugt man sich heimlich, wie weit die Phantasie der Kinderlein schon beeinträchtigt sein könnte... Und dann, dann kommt der Moment des höchstpersönlichen Albtraums einer jeder Mutter!!! Ich so: "Twinhexlein A! Twinhexlein B! Wenn ihr jetzt  nicht sofort dieses Chaos aufräumt, dann gehe ich nachher duschen, ohne Euch den Fernseher einzustellen. Verstanden?!" (Es ist 11 Uhr mittags, ich sollte kochen, duschen und irgendwie wäre es beruhigend zu wissen, dass die beiden Flöhe mit Unsinn im Kopf dann in diesen dreissig Minuten stationär im Wohnzimmer auf dem Sofa sitzen, anstatt...) Antwort der beiden angesprochenen Kinderlein: "Mama, weisch, miär wänd gar nöd Fernseh luegä..."

 

Scheiiiiiiiiiiiiiiissssssssssseeeeeeeeeee!!!

 

(PS. Ich weiss, fluchen sollte ich auch nicht, aber in gewissen Ausnahmesituationen hilft nichts anderes...)

Herausforderung II (A): Mama, lass gefälligst die Sonne scheinen!!!

Oder, Petrus ist ein kinderloses Arschloch ohne jegliches Mitgefühl für Mütter. Sonst würde der gute Herr nämlich wissen, dass kleine Kinder allesamt gewisse autistische Veranlagungen haben und sich nicht so flexibel auf veränderte Umstände einstellen können. Im Sommer trägt man Sommerkleidchen. Basta! Und zwar mit nackigen Füssen, ohne Unterleibchen und selbstverständlich nur mit Spaghettiträgern. 

Im Winter konnte ich mich vor dem morgendlichen Drama schützen, in dem ich kurzerhand sämtliche Sommerkleider aus den Schränken verbannte - es war dann einige Monate etwas mühselig, mich an den Säcken vollgestopft mit Kleidchen, Trägershirts und kurzen Höschen vorbei an die Waschmaschine oder zum Klopapier-Vorrat zu kämpfen, aber was tut man nicht alles...

Aber es kam, wie es kommen musste... Der Sommer kündigte sich an, die Sommerkleider mussten wieder aus ihrer Verbannung geholt werden und hingen fortan lockend im Kleiderschrank der Hexlein. Jeden Morgen wurde ich begrüsst mit "Mamaaaaa, isch es jetzt Summer?" und spätestens bei meiner Antwort (im kalten März) ging ein synchrones Heulkonzert mindestens zweier Hexlein los. Irgendwann rettete mich dann, dass der Sommer endlich da war und ich fühlte mich wie eine Göttin, als ich auf die obligate Frage mit einem strahlenden "Jaaaaa" antworten konnte. Zumindest war es heiss genug für ein Spaghettiträger-Sommerkleidchen und somit - so dachte ich - endliche in Morgen ohne Drama. Ich vergass, dass die beiden ja sehr gerne auch um Unterhosen streiten... 

Und, es kommt noch schlimmer... Leider pflegt der Sommer zwar irgendwann Mitte Mai mit Badetemperaturen aufzutauchen, dann aber immer mal wieder zu verschwinden.

Lacht nicht, ich habe mir tatsächlich überlegt, ob es nicht sinnvoller wäre, die Kleiderschränke statt nach Twin A und Twin B zu sortieren in einen Sommerkleider- und Winterkleiderschrank aufzuteilen. Wobei, um die Chance die morgendlichen "Was-muss-oder-soll-oder-darf-ich-anziehen-und-hat-nicht-schon-meine-Schwester-an-und-die-Grosse-möglichst-ähnlich..."-Dramen auf ein Minimum zu reduzieren aufrecht zu erhalten, bräuchte ich dann also noch einen Kleiderschrank für Spielgruppentage, einer für festliche Anlässe, einer für Waldausflüge, einer für Übergangswetter (sonnig und regnerisch), einer für...

Ach... Petrus ist schlicht und einfach ein mütterverachtender, kinderloser Sadist.

Herausforderung I: Rote Smarties schmecken anders als Grüne... Und am Besten das Pinke

Die Hexlein möchten einen Dessert. Smarties sollen es sein. Ein äusserst gefährlicher Nachtisch! Da gibt es nämlich verschiedene Farben und glaube mir, wenn Du zwischen zwei und sieben Jahre alt bist, dann wirst Du den geschmacklichen Unterschied zwischen dem blauen und dem grünen Smarties schmecken, versprochen. Dass selbstverständlich jedes der Hexlein die exakt genau gleiche Anzahl Smarties haben muss, ist völlig klar. Schliesslich zählte meine Mutter früher auch die Ravioli ab. Wir Kinder hätten es begrüsst, hätte sie auch den Reibkäse mindestens abgewogen... Jetzt verzähl Dich ja nicht, Mama!!! Und achte auf die Farben... Sollte eine Farbe nur zwei-, statt dreimal vorhanden sein, dann lass sie bitte möglichst unauffällig verschwinden.

Dieses Mal ist es übrigens geglückt. Ich habe mich weder verzählt, noch bin ich bei der Farbaufteilung verirrt. Kurz geschwitzt habe ich dann jedoch doch noch... Man schaue sich das blaue Smarties ganz rechts genau an. Leben am Limit!