Vom Garten in die Küche

All die Beeren, Gemüse und Kräuter, welche im Schlossgarten spriessen und liebevoll gehegt und gepflegt werden, finden irgendwann den Weg in die Küche, wo sie entweder direkt verspeist oder mit Leidenschaft "verkocht" werden. Sirup, Gelées, eingelegtes Gemüse, Kräutersalze... Der Phantasie und Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Und, Appetit bekommen? Dann schau schnell im "Lädeli" vorbei, denn ganz Vieles wandert aus der Küche gleich weiter...

Tomatenzeit - rot, röter, am rötesten

Die liebevoll aufgezogenen Tomatenpflänzchen sind in den letzten Wochen gewachsen wie verrückt und hängen voll mit den feinen Früchten. Täglich darf ich ernten und ein Ende ist noch nicht in Sicht. Babuschka, Principe Borghese, Mexican Money, Schwarze Cherry, Froschkönigs Goldkugel... Gerade habe ich sechs Kilogramm geschnippelt, die kochen nun auf dem Herd zu einem feinen Sugo. Natürlich nur mit eigenen Kräutern. Die Kapazitätsgrenze der Pfanne ist bei dieser Menge erreicht - kein Wunder, bei diesen Riesen.

KlarÄpfel - Ein Baum voller SommerÄpfel

Letztes Jahr hat der frühe Frühling und der darauffolgende Frost uns praktisch die ganze Apfelernte gekostet. Dieses Jahr trug der Baum dafür umso reicher und schon Anfang Juli konnten wir unsere Klaräpfel ernten. Da die Sommeräpfel nicht lagerbar sind, habe ich die erste Ladung gleich zu feinem Apfelmus verarbeitet. Und weil da noch Holunderblüten-Wasser war, gab es eine speziell feine Kombination - Holunderblüten-Apfelmus. Auf Wunsch des grossen Hexleins gab es aus der zweiten Ernte ein feines Apfel-Gelée mit Zimt und Vanille. Beides übrigens bald im Lädeli.

Vom Garten in Deine Küche

Die Hausfrau oder einszweidreihausgemacht gibt es nun ab und an auch "to go". Dann nämlich, wenn die Ernte so reich ist, dass ich unmöglich alles verarbeiten kann. Zucchetti und Basilikum sind so schon ganz unbemerkt davon spaziert. Food Waste mal anders. 

Basilikum-Pesto

Endlich ist mir der Basilikum so richtig gelungen. Gekaufter Basilikum starb regelmässig nach kürzester Zeit, offenbar nicht zum Kultivieren, sondern lediglich zum Essen gedacht. Dieses Jahr habe ich vier verschiedene Sorten selber angesät - Genoveser, Opal, Zitronen- und Thaibasilikum. Auf den Fensterbrettern gedeiht er prächtig und kürzlich haben wir die erste grosse Ernte machen können. Natürlich gabs gleich ein feines Pesto zum Zmittag. Dazu noch ein paar frische Tomaten aus Schlossgarten Kunterbunt, wunderbar. Und dank Rezeptur ohne Parmesan sollte das Pesto auch problemlos eine Weile lagerbar sein.

Krautstiel/Mangold - jedes Jahr ein Muss

Für uns das perfekte Gemüse. Es wächst leicht, kann mehrmals geerntet werden und schmeckt sogar den gemüseverachtenden Hexlein (meistens) ganz gut. Als kürzlich die Meteorologen mit Hagel drohten, war das der perfekte Anlass, um die erste Grossladung Krautstiele zu ernten. 1,2 kg der Stiele wanderten fein säuberlich in Streifen geschnitten und gewaschen in die Gefriertruhe - jederzeit Mangold parat. Ein Teil der Stiele landeten direkt auf dem Mittagstisch - eines unserer absoluten Lieblingsmenüs (das Rezept findet ihr in der Rezeptsammlung - Krautstiel-Schinken-Rollen überbacken). Und die schönen Teile der Blätter habe ich mit etwas Zwiebel, Bouillon und Weisswein zur Suppe verkocht. Auch die wartet nun in der Gefriertruhe auf ihre Verfeinerung zum leckeren Herbst- oder Wintertagsessen.

Rüebli-Chruut isch würklich fein

Wir mussten schneller sein als die Schnecken - das Regenwetter der vergangenen Tage hat sie aus ihren Verstecken gelockt - und haben darum heute unsere Rüebli geerntet. Und ein paar Kohlrabi gleich dazu. Schöne grosse knackige Kohlrabi. Jetzt geht es so richtig los und die Früchte der Arbeit spazieren in die Küche.

 

Das man "Möhren-Kraut" essen kann und es als Pesto tatsächlich wirklich gut schmeckt, habe ich schon erzählt. Und von so vielen Rüebli gibt es auch ordentlich Kraut. Das wurde nun ordentlich verlesen, gewaschen und kuschelt sich nun fein gehackt zusammen mit Parmesan, Rapsöl, etwas Knoblauch und ein paar Gewürzen in Gläschen. Da wartet es auf seine Etikette und seinen Auftritt im "Lädeli". Das Grün vom Rüebli ist sogar noch nährreicher als das Rüebli selber und hat eine ausgesprochen gute antiseptische Wirkung.

 

Die geernteten Rüebli baden gerade zusammen mit den Kohlrabi im Currysud. Ich liebe ja Curry. Und irgendwie passt es doch zu Rüebli hervorragend. Jetzt schön zwei Tage baden lassen und dann ab in die Einmachgläser. Und schon bald als "Curry-K" (Karotten & Kohlrabi) im Lädeli.

 

Ich finde es absolut faszinierend und es macht mich neugierig auf mehr, dass wir von so vielen Gemüsesorten viel mehr verwenden könnten, als wir es in der Regel tun. Gut, aus Rüebli-Kraut aus dem Supermarkt - sofern wir da überhaupt jemals welche mit Kraut dran finden - würde ich mir definitiv auch kein Pesto machen... Aber ich habe mir auf jeden Fall vorgenommen in Zukunft noch achtsamer mit unseren Lebensmitteln umzugehen und noch viel mehr dazu zu lernen, woraus man was noch zaubern könnte.

Die erste grosse ernte

Das erste Mal diese Gartensaison konnte ich so richtig im Schlossgarten einkaufen. Nochmals einen knackigen Eichblattsalat - die Eisbergsalate haben sich leider die Schnecken fast komplett einverleibt - die ersten Erbsen, fruchtig-rot-süsse Erdbeeren und endlich einmal Karotten. Das erste Mal ist es mir gelungen so richtige Rüebli aus dem eigenen Garten zu ziehen.

Die Erdbeeren, welche nicht direkt beim Pflücken in unseren Bäuchen verschwunden sind, habe ich püriert und entweder geniessen wir sie so als selbst gemachtes Erdbeeren-Joghurt mit Frühstücksflocken oder sie warten in der Gefriertruhe auf ihre Bestimmung als Konfitüre/Gelée. Die Rüebli schmecken frisch aus dem Garten geknabbert am Allerbesten. Erde ein bisschen wegputzen und reinbeissen. Auch das Rüebli-Kraut kann genossen werden, erst recht, wenn die Rüebli ganz ohne Chemie im eigenen Garten wuchsen. Wirklich sehr fein so ein Rüebli-Kraut-Pesto. Ich glaube, davon hüpft bald etwas in kleine Gläschen und kommt ins Lädeli, weil es lohnt sich das zu probieren.

Salat ganz frisch

 

 

 

 

 

 

 

Für einmal nichts für die Ewigkeit - nicht eingemacht, nicht eingekocht... Einfach bloss geerntet und genossen. Was gibt es besseres als einen frischen knackigen Salat aus dem eigenen Garten. Natürlich mit einem selbst gebackenen Brötchen dazu.

Zeit für die Schneeflocken im Frühling

Kaum ist die Erntezeit vom Bärlauch vorüber, lockt die nächste Köstlichkeit. Der Holunder fängt zu blühen an und verzaubert mit seinem wundervollen Geruch und seinen wunderschönen kleinen weissen Blüten. Allerlei Feines lässt sich daraus zaubern, aus diesen Frühlings-Schneeflöcklein. Heute habe ich, kurz vor dem grossen Regen (die Meteorologen versprechen viel Nass) die ersten Dolden im Schlossgarten geerntet. Und eins, zwei, drei los gezaubert. Kannst Du Dir vorstellen, wie wunderbar es in unserem Schloss Kunterbunt nun riecht...?

Gerade noch als weisse Wölkchen zwischen all dem Grün im Schlossgarten gehangen, baden die einen nun im Brombeermus, tummeln sich andere zwischen leuchtend gelben Zitronenscheiben im Zuckerwasser und warten einige noch brav im Glas auf ihre Bestimmung... Zum Genuss werden sie alle, versprochen.

Ob goldig glitzernder Holunderblüten-Sirup oder für die Grossen Holunderblüten-Likör, erfrischender Eistee-Sirup mit Holunderblütengeschmack oder feine Holunderblüten-Milchbrötchen... Für die kleinen wunderschönen Blüten finden sich ganz viele leckere Kombinationsmöglichkeiten. Und noch ist die Saison nicht vorbei...